“SOMMER”: Summertime Sadness mit Capital Bra und Lea

Dein Jugendradio für den Sommer

4.7
(9)

Auf dem neuen Song von Beatzarre und Djorkaeff führen die beiden Popstars mit Regenstimmung ins Sonnenwetter.

(ynk) Was macht Deutschland, wenn wir im Juni die ersten zwei sonnigen Tage verbuchen können? Ganz genau – Zeit für Sommerhits. Wenn man sich diese neue Kollaboration der Produzenten Beatzarre und Djorkaeff mit Rapper Capital Bra und Sängerin Lea anhört, vermisst man schnell, wie hohl und fröhlich dieses Genre sonst klingt. “Sommer” klingt nämlich einfach nach sieben Tagen Regen.

Fangen wir mit dem Verse von Capital Bra an, der sich leicht abhandeln lässt. Gerichtet an seine Partnerin erinnert er sich an den Argwohn ihres Vaters und würgt dem jetzt rein, wie schweinereich er ist. Mit diesem bisschen Kontext fühlt es sich auch auf diesem bierernsten Song irgendwie vertretbar an, mit Villa, Bentley und Benz zu flexen. Es ist eben ein Pop-Song mit Rap-Feature, das ist das, was man bekommt. Die Effektivität liegt eher an dem generellen Pacing der Nummer. Im Ernst, wieviel BPM hat dieser Schnarcher? 5? Die ganze Produktion, so wertig und atmosphärisch sie auch klingen mag, so nostalgisch und warm die Klangpalette auch ausgefallen ist, sie dümpelt einfach ohne jeden Nachdruck vor sich hin.

Sollte sich dieser Song anfühlen, als wäre man bei dreißig Grad eingeschlafen? Wäre ja noch respektabel, wenn ‘Nickerchen am Pool’ das ästhetische Ziel gewesen wäre, aber leider wird der Großteil des Songs von Lea gehandhabt. Und die ist wirklich eine der unverständlichsten Stars der modernen deutschen Pop-Landschaft. Die hat zwar nicht wirklich mehr oder anderes zu erzählen als diverse andere deutsche Pop-Barden. Sie trägt aber selbst die größten Banalitäten mit einem so exorbitanten Pathos vor, dass man glaubt, sie breche gleich in Tränen aus.

“Ich weiß noch ganz genau, auf deiner Hand stand meine Nummer / Wir hab’n geknutscht in deinem Zimmer / Bis zum Ende dieses Sommers”, schmachtet sie sich durch den Refrain, mit einem Vortrag, als spräche sie an Pfingsten im Petersdom. Weiß der Teufel, was dabei nun abschließend die Stimmung sein soll, weil für Nostalgie oder Zufriedenheit klingt das alles sehr schleppend und leidend. Vielleicht sehen Leute darin ja Romantik. Aber um Sehnsucht und Verliebtheit zu evozieren, könnte man doch zumindest einen Hauch von Lebensfreude vermitteln – oder zumindest einen Puls.

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