
Nach mehreren Jahren mit heftigen Aufschlägen gibt es bei den Krankenkassen erstmals etwas Hoffnung auf Entspannung. Der Vergleichsdienst Comparis rechnet für 2027 mit einem durchschnittlichen Anstieg der Grundversicherungsprämien von 3,7 Prozent. Für viele junge Erwachsene, Lernende oder Studierende dürfte das zumindest etwas weniger Druck aufs Budget bedeuten.
In den vergangenen Jahren waren die Erhöhungen deutlich heftiger. 2024 stiegen die Prämien fast neun Prozent, auch 2025 und 2026 wurde es erneut spürbar teurer. Laut Comparis-Experte Felix Schneuwly lag das nicht nur an höheren Gesundheitskosten. Viele Krankenkassen hätten zuvor zu tiefe Prämien verlangt und ihre Reserven wieder auffüllen müssen. Nun scheine sich die Situation langsam zu beruhigen.
Psychotherapie kostet deutlich mehr
Besonders stark gestiegen sind zuletzt die Kosten bei Spitex-Angeboten und psychologischer Psychotherapie. Gerade psychologische Unterstützung betrifft viele junge Menschen direkt. Auch neue Leistungen wie Abnehmspritzen oder Angehörigenpflege treiben die Kosten weiter nach oben.
Ganz entspannt ist die Lage trotzdem nicht. Ein Risiko sieht Comparis bei der weltweiten Wirtschaftslage. Krankenkassen investieren ihre Reserven nämlich an den Finanzmärkten. Wenn dort die Gewinne sinken, könnte das später wieder Einfluss auf die Prämien haben.
So können Versicherte sparen
Comparis empfiehlt Versicherten deshalb, ihre Krankenkasse regelmässig zu vergleichen. Sparen lasse sich zudem mit Generika statt teuren Originalmedikamenten oder durch das Überprüfen von Zusatzversicherungen. Wer vor einer Operation unsicher sei, könne ausserdem eine Zweitmeinung einholen, die meist von der Krankenkasse bezahlt werde.
Auch 30 Jahre nach Einführung der obligatorischen Krankenversicherung bleibt das Thema eines der grössten Sorgen vieler Menschen in der Schweiz. Für junge Erwachsene, die ihre Krankenkasse oft erstmals selbst bezahlen müssen, dürfte das Thema auch 2027 ein Dauerbrenner bleiben.


